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Die Hüxstraße im Wandel der Zeit |
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Der Name der Straße, der
für viele ein unbekanntes Wort ist, läßt sich nicht genau
an einem Ursprung festmachen, man geht jedoch dabei von zwei Ansätzen
aus. So ist der erste Name, Hucstrate 1259, auf das flämische Hoek
oder Huk zurückzuführen, was übersetzt Ecke oder auch Vorsprung
bedeutet. Da in der ersten Bauphase noch viele Äcker an den Seiten
lagen und sie die Gestalt eines Vorsprunges, eines Hofs, hatten, läßt
sich hier vielleicht eine Wortverwandtschaft erkennen.
Wesentlich einsichtiger scheint jedoch die Verwandtschaft des Namens mit dem mittelniederdeutschen Wort „hoke“ = Höker, Kleinkrämer zu sein, da die Straße schon damals eine große Anzahl von ihnen besaß, was sich auch in der Einfachheit der Häuser im Verhältnis zu denen der Großkaufleute zeigte. Die Bezeichnung dieser Straße wurde im Laufe von fast siebenhundert Jahren mehrmals geändert, manchmal mehr vom Lateinischen beeinflußt (aus platea hucorum 1289, wird 1303 Platea Huconis, später 1350 Platea Huxaria) zeitweise auch vom Holländischen oder Mittelniederdeutschen (1351 Hyxerstrate, 1413 Hukkesstrate, 1415 Hüxstrate). Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts besteht nun der Name „Hüxstraße“. Am Ausgang der Straße wurden 1229 die städtischen Mühlen angelegt; 1289-91 wurden sie ausgebaut, indem zugleich durch die Erhöhung des Dammes das Wasser der Wakenitz aufgestaut wurde. Daran knüpfte sich die Anlage einer Wasserleitung, die den Betrieb der Brauereien erleichterte. So waren in vielen Häusern von Nr. 112 - Nr. 121 Brauhäuser, die für ihre Arbeit Wasser benötigten. Die Wasserkunst mit Räderwerk ist bis 1867 in Betrieb gewesen. Sie lag unmittelbar hinter dem inneren Hüxtertor am Anfang des Hüxtertordammes. Das Tor wurde 1822 abgerissen; neben seiner ehemaligen Stelle liegt die 1874 von einer Aktiengesellschaft gegründete Warmbadeanstalt, die auch heute noch besteht. Die Straße wurde vor allem durch die vielen Kleinkrämerläden geprägt, was zur Folge hatte, daß die Straße zuerst die volkstümliche Bezeichnung „Büdelmakerstrate“ bekam, später aber auch „Hökerstrate“ genannt wurde. Neben den Hökerläden und den Brauereien gab es noch viele Bier- und Weinschenken, früher Krughäuser genannt. Von einer Kneipe im Haus Nr. 6 ist sogar bekannt, daß sie über 400 Jahre lang das Recht besaß, Einbecker Bier auszuschenken. Quellen: - "Lübeckische Käufernamen nebst Beiträgen zur Geschichte einzelner Käufer" von Dr. W. Brehmer, Lübeck 1890 - "Die Straßen der Stadt Lübeck" von Dr. Max Hoffmann, 1890 - "Die Straßennamen der Lübecker Innenstadt unter Berücksichtigung der Überlieferung bis 1600"von T.Krüger, Kiel 1983 - "Weltkulturerbe Lübeck - Denkmalgeschützte Häuser", von Klaus J. Groth, Lübeck 1999 Bearbeitet von: Anna N., Patrick P., Bastian K. zurück zur Hauptseite |