Engelsgrube
Erstmalige
Erwähnung 1259: Platea Anglica. Der Name leitet sich ab aus
dem Lateinischen (nach einem Bürgermeister) / Fossa angelica. Seit
1369 Engelschegrove, 1601 Engelische Growe, seit 1852 Engelsgrube.
Wahrscheinlicher
ist die Ableitung aus dem nahen Quartier der Englandfahrer an der Niederung
am Hafen (siehe auch :1398 Englische Wisch / Wiese, heute: Engelswisch)
Engelsgrube
41
Die heutige Kneipe in der Engelsgrube
41 ist ein Haus mit klassizistischer Putzfassade.
© Susan Wessin 2002
Das Foto stammt aus den 70er Jahren.
Durch den weißen Wagen verdeckt: der Eingang
zum Bäckergang. Daneben das Haus Engelsgrube
45, inzwischen vorbildlich saniert.
Charakteristisch für das Haus
Nr. 41 ist die klassizistische Putzfassade mit Dreiecksgiebel vor flacher
Attika. Die Fenster im Hauptgeschoss sind gerahmt. Die einzelnen Geschosse
sind durch Gesimse betont. Dazu kommt eine klassizistische Haustür.
1303 wird das Grundstück erstmals
erwähnt. Die älteste nachgewiesene Bebauung stammt aus dem Jahre
1551. 1572 war es ein Haus mit acht Buden und einem halben Speicher, das
im Besitz der Schiffergesellschaft war. In den Folgejahren wurde es als
eine Bäckerei genutzt, daher auch der Name des anliegenden Bäckerganges,
bis es 1811 an die Brauerzunft verkauft wurde. 1816 wurde es in Böttcherhaus
umbenannt.
© Alex Schröder (10b)
© Susan Wessin
Die Aufnahmen stammen aus den 70er
Jahren.
Engelsgrube
45
Das Haus bildet eine Art Tor zum
Bäckergang. Betrachtet man das Haus vom Bäckergang aus, erkennt
man einen normalen Dreiecksgiebel.
Es verfügt über einen
kleinen Durchgang, der rundbögig und mit einer Treppe versehen in
Richtung Engelsgrube führt.
Zur Engelsgrube zeigt ein Renaissance-Treppengiebel,
die Fassade ist vertikal durch rundbogige Hochblenden gegliedert.
© Frederik Otte (10c)
Der
Bäckergang
zwischen Engelsgrube 41
und 45
Leben heute
- Geschichte
© Susan Wessin 2002
Leben
heute
Neben dem Eingang zu dem Haus der
Engelsgrube Nr. 41 findet sich ein niedriger Durchgang. Den Kopf eingezogen
und leicht vorgebeugt hindurchgegangen, findet man sich in einem knapp
3 Meter breiten Gang wieder. Eben stand man noch auf der großzügigen
Engelsgrube, nun ist es fast bedrückend eng. Rechts steht eine fast
500 Jahre alte, graue „Bude“.
Das markante Fachwerkobergeschoss
überragt das Parterre um ca. 10 cm. Ehemals rote Ziegel decken das
Dach, das zum Gang hin abfällt. Ein Erker mit 2 Fenstern, sowie noch
zwei „Halbe“ jeweils ganz rechts und links sorgen für Licht im 2.
Obergeschoss. Der Boden ist mit rotem Pflaster belegt, in dem vor den Fenstern
kleine Blumenbeete eingelassen sind. Die weißen Holzfenster mit vielen
Verstrebungen und meist 2 Flügeln machen dass Bild komplett. Das Gebäude
beherbergt heute drei Wohnungen, in denen kleine Familien leben.
Die ganze Szenerie macht einen sehr
gemütlichen Eindruck. Die kleinen Beete, das rote Pflaster, die alten
Häuser und die Enge lassen einen vergessen, dass man in einer „Mini-Metropole“
in 21. Jahrhundert steht.
Das Wohnen in derartigen Gängen
ist sehr beliebt, aber auch Geschmackssache. Die alten Häuser sind
nicht wirklich gut gedämmt, und bei Wind ächzt und stöhnt
die betagte Dachkonstruktion. Im Hochsommer wird die Hitze von den Steinen
wie in einem Backofen gespeichert und die Luft steht natürlich
in dem kleinen Gang. Aber da man wörtlich Tür an Tür beieinander
wohnt, kennen sich die Nachbarn gut. Und die friedliche Atmosphäre
dürfte woanders nur schwer zu finden sein.
© Marcus Thiel (10b)
© Susan Wessin 2002
Zur
Geschichte
Infolge zunehmender Raumnot im späten
Mittelalter (15. und 16.Jh.) entstanden innerhalb der Häuserblocks
auf den Hinterhöfen Buden. Erst als Mietshäuser für Gewerbetreibende
und auch auf Grund wohltätiger Stiftungen für Witwenwohnungen.
Zu diesen „Wohngängen“ zählt auch der Bäckergang.
Der Bäckergang besteht aus Renaissance – Buden mit vorkragendem Fachwerk
– Obergeschoss und Dacherker aus dem 16. Jh., Mitte des 19
Jh.überformt.
Das Grundstück wurde 1306 zum
ersten Mal erwähnt und nach dem Käufer Joh. Rovere bis ins 15
Jh. „Rovereshagen“ genannt. Nach Baufälligkeit des Ganges 1558 ging
er in den Besitz der Stadt. Der Bürgermeister Claus Bardewig vererbte
1560 zwei Häuser und einen Gang mit zwölf Buden an Christoffer
Toden. 1572 geteilt und 1596 durch Jost Capelen wieder vereint. Der Gang
hieß bis in das 17. Jh. „Capellen Gang“ und war 1956 ein Gang mit
zwölf bewohnbaren Häusern. Bei sechs Häusern bestand Einsturzgefahr,
dazu zählte auch das Haus Nr. 14. Diese Häuser wurden in den
Jahren 1983-86 saniert.
© Mark Koch (10c)
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